Kammermusik auf Pellworm

Pellworm ist um einen musikalischen Kunstgenuss reicher, denn zum zweiten Mal fanden sich hochmotivierte Kammermusikfreunde auf Pellworm zusammen, die in ihrem Abschlusskonzert am 26. Juni in der Alten Kirche das Resultat von nur drei Probentagen darboten. Zahlreiche Musikfreunde waren vor der glühenden Hitze draußen in den kühlen Kirchenraum geflüchtet und erlebten – anlässlich der diesjährigen Rosentage – einen herrlichen breit gefächerten Strauß bekannter und weniger bekannter Werke von Bach, Gounot und Mozart bis zu den Beatles und Stevie Wonder.
Hervorgegangen ist dieses musikalische Erlebnis aus einem sich unregelmäßig bei Marlies von Holdt zusammenfindenden Quartett, wie sie in ihrer Begrüßungsansprache erzählte. Aus ursprünglich zwei Geigen, einer Bratsche und einem Cello entwickelte sich über die Jahre eine feste Gruppe, zu der sich weitere Hobbymusiker gesellten.

Mit Mareike Wormsbächer stieß eine sehr erfahrene und anerkannte Musikerin zur Pellwormer Kammermusikgruppe, die in verschiedenen großen Orchestern als Geigerin tätig war, über 20 Jahre eine Musikschule in Basel (co-)leitete und Geigen- sowie Bratschenunterricht erteilt. Heute unterrichtet sie Mitspielende des Familienorchesters der Elbphilharmonie in Hamburg und nun auch unser Pellwormer Kammermusikorchester. Es entstand die Idee einer öffentlichen Aufführung.
Gesagt und Mut gefasst! Zusammen mit dem KTS im Rahmen der Rosentage präsentierte die Kammermusikgruppe im vergangenen Jahr erstmals ihr Können einem öffentlichen Publikum. Erklangen im letzten Jahr acht Instrumente, so gestalteten in diesem Jahr bereits 16 Musiker das Konzert. Werden sie wohl im kommenden Jahr auf ein Sinfonieorchester anwachsen??
Unter den Mitwirkenden waren allein acht Pellwormerinnen, jeweils einer aus Berlin, Dresden und Süddeutschland sowie fünf Musikerinnen aus Meldorf. Der Leiter des Meldorfer Musikorchesters Paul Nancekievill hatte auf Pellworm ein Orgelkonzert gegeben; im anschließenden Beisammensein entwickelte sich die Idee, Musiker aus seinem Orchester für die Kammermusikwoche auf Pellworm zu gewinnen.

Mit den ersten beiden Musikstücken des Konzerts stellte sich das Orchester vor, eher verhalten im Tempo und getragen im Ton konnten sich die Zuhörer einstimmen auf die folgenden bekannteren Stücke wie „Michelle“ von den Beatles und „Sir Duke“ von Stevie Wonder. Spontaner Applaus bestätigte das hervorragende Spiel der Geigerin Mareike Wormsbächer. Auch das Presto aus einer Sonate von Wilhelm Friedemann Bach mit Mareike Wormsbächer an der Geige und Danai Krüger auf der Querflöte begeisterte die Zuhörer ebenso wie das Flötensolo Badinerie, Suite Nr 2 für Flöte und Orchester von Johann Sebastian Bach. Die Streicher – sechs Geigen, zwei Bratschen, vier Celli und ein Kontrabass – kamen mit dem Allegro aus dem 3. Brandenburgischen Konzert zu vollem Einsatz. Drei Bläser (Saxophon, Flügelhorn, Querflöte) ergänzten den opulenten Streicherklang, und Dorkas Sibbert übernahm in etlichen Sätzen den begleitenden Klavierpart. Zum Abschluss des Konzerts erklang aus dem 1984 von Astor Piazolla komponierten Soundtrack zu dem Film „Heinrich IV“ mit Claudia Cardinale das „Ave Maria“, ein melancholisches, instrumentales „Lied ohne Worte“.

Selbstverständlich durften Zugaben nicht fehlen; das Publikum durfte wählen, und es erklangen erneut das „Ave Maria“ und als Geigensolo „Sir Duke“.
Einen wesentlichen Anteil an Fortschritt und Erfolg der Kammermusikgruppe haben Marlies von Holdt, die alle organisatorischen Aufgaben mit Enthusiasmus erfüllte, und Mareike Wormsbächer, die Berufsmusikerin und Tochter des vielen Pellwormern sehr bekannten Komponisten Hellmut Wormsbächer (Dat du min Leevsten büst); sie gestaltete das Musikprogramm und leitete die Proben mit viel Freude.
Mareike Wormsbächer versteht sich als Musikbotschafterin; sie bestätigte die gute Vorbereitung und das gute Niveau der Kammermusizierenden und freute sich über die „super motivierte, tolle Truppe“, die „sehr nette Gemeinschaft“. Denn darauf komme es an, wie sie im Interview betonte, die Liebe zur Musik zu teilen, mit Freude und entspannt, ohne Leistungsdruck gemeinsam zu musizieren.

Nicht unerwähnt bleiben soll die fürsorgliche Verköstigung während der Proben mit Kartoffelsuppe am Dienstag und Tomatensuppe am Mittwoch, gekocht von Marlies und Momme von Holdt, und stärkendem Kaffee und kühlenden Getränken, ausgeschenkt von Rolf Gehre. VIELEN DANK an Euch und an alle, die die Proben und das Abschlusskonzert möglich gemacht haben.
Das Pellwormer Kammermusikorchester versteht sich als Mitmach-Orchester, bei dem jede/jeder Interessierte herzlich willkommen ist mitzumachen. Verschiedene Ideen werden für 2027 diskutiert wie die Einbeziehung jugendlicher Mitspielender und/oder weiterer Pellwormer Hobbymusiker oder auch eine gezielte Mischung aus Amateuren und Berufsmusikern. Entscheidend ist die Liebe zur Musik und die Freude am Musizieren in Gemeinschaft.
Die Termine für 2027 stehen bereits fest: 


15.6. – 17.06. 2027 Proben

18.06.2027 Generalprobe und Abschlusskonzert
Wer Lust hat, gemeinsam mit anderen Musikliebhabern zu musizieren, meldet sich bitte bei
Mareike Wormsbächer (mareike.wormsbaecher@gmail.com), bei


Marlies von Holdt (mavoho@yahoo.com) oder beim KTS (info@pellworm.de).

Text und Fotos Maria Th. Kaltwasser

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