Der Bauhof der Gemeinde Pellworm

Über das umfangreiche Aufgabengebiet des kommunalen Bauhofs der Gemeinde Pellworm berichtete De Pellwormer schon einmal im März 2022. Damals hatte der Leiter des Bauhofs Rolf Holsteiner seine Ausbildung zum Meister für kommunale Bauhöfe abgeschlossen.

Ein wichtiger Grund für Rolf, sich der langwierigen und teilweise sehr fordernden Ausbildung zu unterziehen war, dass er auch jungen Pellwormerinnen und Pellwormern die Gelegenheit bieten wollte, beim Bauhof eine qualifizierte Ausbildung zur Fachkraft Straßenwärter zu absolvieren.
Mit Jesse Wilke konnte nun der erste Ausbildungsvertrag abgeschlossen werden. Jesse ist gebürtiger Pellwormer, hat eine zeitlang in Hamburg gelebt, aber letztlich zog es ihn wieder auf seine Heimatinsel Pellworm. In Hamburg arbeitete Jesse als Tischler und auf Pellworm war er bei einem Bauunternehmen beschäftigt. Jesse bringt so bereits eine Menge Erfahrung und Kenntnisse mit, die beim Bauhof gut gebraucht werden können. Um Unterstützung beim Thema Ausbildung zu haben, war es Rolf ein Anliegen, dass noch ein Kollege den Ausbilderschein erwirbt. Sein Stellvertreter Malte Knudsen erklärte sich spontan dazu bereit und absolvierte die entsprechenden Lehrgänge. Nach erfolgreich bestandener Prüfung verfügt der Bauhof nun über zwei kompetente Ausbilder.

Seit 2022 ist die Belegschaft des Bauhofs mit den zunehmenden Aufgaben weiter gewachsen. Derzeit sind (einschließlich Jesse) 10 Leute beim Bauhof beschäftigt, die sich über Langeweile nicht beklagen können. Das Aufgabengebiet ist riesig. Neben der Instandhaltung der Gemeindestrassen einschließlich des Winterdienstes müssen Lichtraumprofile (siehe DePe 10/2025) geprüft, die öffentlichen WCs gewartet und gereinigt, die Badestellen am Deich gepflegt und mit Strandkörben versorgt werden. Die Veranstaltungen des Kur- und Tourismusservice wie Osterwiese, Rosenmarkt, Hafenfest usw. werden ebenso wie das Bürgerhus vom Bauhof begleitet. Die verschiedenen Kinderspielplätze einschließlich des Abenteuerspielplatzes müssen wöchentlich einem Sicherheitscheck unterzogen werden, alle 3 Monate erfolgt eine weitere, intensivere Kontrolle. Wenn beim Kur- und Gesundheitszentrum, dem MVZ oder auch an der Schule Unterstützung gebraucht wird, unterstützt der Bauhof gerne. Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten werden von eigenen Fachkräften erledigt, was der Gemeinde zusätzliche Ausgaben erspart. In manchen Bereichen würden die Mitarbeiter des Bauhofs gerne zusätzlich aktiv werden; durch Verwaltung und nicht immer nachvollziehbare Vorschriften fühlt man sich hier manchmal ausgebremst. Mit gewissem Stolz wird auf die Buswendeschleife an der Schule verwiesen, wo dank des Bauhofs eine kostengünstige und effektive Lösung realisiert werden konnte.
Im Gespräch betonten Rolf und Malte die gute Zusammenarbeit im Team des Bauhofes. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen arbeiten weitgehend selbstständig und eigenverantwortlich, ergreifen selbst Initiative und werden aktiv. So ist es kein Wunder, dass die Stimmung im Team ausgesprochen gut ist und Jesse schon nach zwei Wochen das Gefühl hat, schon immer im Bauhof gearbeitet zu haben. Drei Jahre wird seine Ausbildung dauern, der Berufsschulunterricht findet als Blockunterricht in Ahrensbök und Rendsburg statt, darüber hinaus gehört der Erwerb des LKW Führerscheins mit zum Ausbildungsinhalt.

Organisatorisch gehört der Bauhof zur Gemeinde Pellworm, wo die Mitarbeiter auch angestellt sind. Der Kur- und Tourismusservice ist dagegen ein Eigenbetrieb der Gemeinde. Hier sei, so Rolf Holsteiner, die Zusammenarbeit ausgesprochen gut und auch wenn die Landesstraßen auf Pellworm in den Zuständigkeitsbereich des Landesbetriebs Verkehr fallen, wo Hans Hermann Ohrt und sein Sohn Mika tätig sind, unterstützt man sich in besonderen Situationen gegenseitig.
Die prekäre finanzielle Situation der Gemeinde wirkt sich auch auf den Bauhof auf, wo verschiedene Maßnahmen wie beispielsweise die Sanierung des Bürgersteigs in der Uthlandestraße aufgrund des fehlenden Haushalts derzeit nicht fortgeführt werden können.

Mehr als ärgerlich für die Mitarbeiter ist es allerdings, wenn bei der Pflege der Grünstreifen und Grünflächen immer wieder Hundehaufen mit der Motorsense aufgewirbelt werden. Überall stehen Spender mit Plastiktüten für Hundeexkremente bereit und wenn Hundebesitzer und -besitzerinnen hier ein wenig mehr auch an die denken würden, die die Grünflächen pflegen, wäre manches einfacher.
In aller Regel geschieht die Arbeit des Bauhofs geräuschlos im Hintergrund und wird von vielen als selbstverständlich genommen. Umso mehr freut es die Mitarbeiter des Bauhofs, wenn dann gerade Gäste sich anerkennend und lobend über den gepflegten Zustand der öffentlichen Toiletten äußern.
Jesse hat dank der Initiative von Rolf Holsteiner und Malte Knudsen einen qualifizierten Ausbildungsplatz auf Pellworm mit einer gesicherten Zukunft. Und junge Menschen mit einer Perspektive braucht Pellworm angesichts des demographischen Wandels unbedingt.

Uwe Kurzke

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